Stiller Raum
Ich glaube nicht, dass individuelle Transformation ein Selbstzweck ist.
Integrative Transformation bedeutet für mich,
dass innere Arbeit nicht beim Einzelnen stehen bleibt,
sondern immer in Beziehung wirkt.
Ich glaube, dass wir an unseren Wunden, Mustern und Prägungen arbeiten,
weil wir Teil eines größeren Ganzen sind.
Weil unser inneres Erleben nie privat bleibt.
Weil das, was wir nicht anschauen, nicht integrieren, nicht halten können,
sich in unserem Handeln zeigt –
in Beziehungen, in Macht, in Verletzung,
im Kleinen wie im Großen.
Ich glaube, dass wir als Menschen in eine scheinbare Trennung inkarnieren,
in einen Körper, in eine Geschichte, in ein Ich,
um in Beziehung zu erfahren, was wir in Wahrheit sind:
verbunden, zugehörig, gemeinsam.
Ich glaube an ein göttliches Selbst,
das uns miteinander verbindet –
jenseits von Rollen, Biografien und Identitäten.
Auf meinem Weg bin ich vielen wertvollen spirituellen Lehren begegnet.
Aus ihnen habe ich verstanden,
dass ich lieben darf,
vergeben soll,
den anderen wahrhaft erkennen kann,
Urteile loslassen und mich an Einheit erinnern muss.
Diese Lehren haben mich tief geprägt
und mir Wesentliches erschlossen.
Und zugleich habe ich erfahren,
dass diese Wahrheit ihren Halt verliert,
wenn sie den Boden der menschlichen Inkarnation nicht mitträgt.
Wie viele andere bin auch ich in narzisstische Felder geraten.
Ich habe mich verloren,
Grenzen übergangen,
meine eigene Würde preisgegeben –
im Namen von Liebe, Vergebung und Einheitsbewusstsein.
Was als spirituelle Reife gemeint war,
führte dazu, dass meine Menschlichkeit ungeschützt blieb.
Ich musste erst ganz Nadja werden.
Mit Grenze.
Mit Selbstbindung und Selbstanbindung.
Mit Selbstwert.
Mit der Erlaubnis, mich zu trennen.
Nicht gegen die Einheit –
sondern als ihre Voraussetzung.
Erst von hier aus beginnt für mich eine neue Frage:
Wie kann Einheitsbewusstsein gelebt werden,
ohne dass jemand sich dafür verliert?
Wie kann Liebe real werden,
getragen von Würde und innerer Verankerung?
Wie kann Hingabe aus innerer Fülle entstehen?
Ich stehe selbst noch an dieser Schwelle.
Ich behaupte nicht, dass ich diesen letzten Schritt gegangen bin.
Aber ich weiß,
dass Einheit aus Selbstanbindung wächst
und Selbstanbindung ihre Bedeutung im größeren Zusammenhang findet.
Der Stille Raum wird aus dieser Erfahrung heraus entstehen.
Er ist ein Schwellenraum.
Ein Raum, in dem persönliche Transformation
in ihren größeren Zusammenhang zurückfindet.
Ein Raum, in dem wir unser Menschsein ernst nehmen
und zugleich das größere Ziel im Blick behalten:
ein verbundeneres, verantwortlicheres Miteinander,
mehr Handeln aus Bewusstsein,
mehr Beziehung aus innerer Klarheit.
Dieser Raum lädt dazu ein,
sich selbst verbunden zu bleiben.
Verkörpert.
In bewusster Beziehung.
Er lädt dazu ein,
an der eigenen Stelle präsent zu bleiben
und die Verantwortung zu würdigen,
die aus jeder inneren Arbeit erwächst.
Zum Ablauf des Stillen Raumes
Ein Treffen im Stillen Raum dauert etwa 45 bis 60 Minuten.
Ich gestalte und führe den Raum sprachlich.
Worte, Einordnung und gemeinsames Innehalten geben dem Raum Struktur und Halt.
Teil des Raumes kann eine einfache Praxis sein,
die dabei unterstützt,
im eigenen Körper und im eigenen Herzen anzukommen.
Das Herz verstehe ich dabei als inneres Zentrum von Orientierung,
Beziehung und Wahrnehmung.
Eine bewusste Hinwendung dorthin kann helfen,
innere Ausrichtung zu finden
und aus dieser Verankerung heraus in Beziehung zu treten.
Diese Form der Herz-Anbindung stärkt innere Klarheit
und unterstützt eine aufrechte Präsenz –
mit sich selbst und mit anderen.
Der Stille Raum verbindet Sprache, Präsenz und Praxis
zu einem gemeinsamen Erfahrungsfeld,
das Verkörperung ermöglicht
und innere Prozesse in einen größeren Zusammenhang stellt.
Einladung zum Stillen Raum
Der Stille Raum findet unregelmäßig statt.
Es gibt keine festen Termine und keinen vorgegebenen Rhythmus.
Wenn ein Raum sich öffnet, informiere ich per E-Mail mit kurzem Vorlauf.
Eine Anmeldung ist erforderlich, um den Zugangslink zu erhalten.
Der Stille Raum ist ein Online-Raum.
Die Teilnahme ist auch ohne eingeschaltete Kamera oder anonym möglich.
Es wird kein Raum des Austauschs sein.
Es gibt keinen sprachlichen Austausch unter den Teilnehmern, keine Diskussion.
Die Teilnahme ist unentgeltlich.
Wer möchte, kann den Raum auf Spendenbasis unterstützen.
